Künstliche Inseln für seltene Vögel

Seeschwalben sind besonders spezialisierte Vögel. Ihre schlanken Flügel und der gegabelte Schwanz weisen sie als geschickte und wendige Langstreckenflieger aus. Ihre kurzen Beine weisen darauf hin, dass sie die meiste Zeit ihres Lebens in der Luft verbringen. Den Winter verbringen sie auf der Südhalbkugel.

Die Küstenseeschwalben fliegen dabei bis in die Antarktis und umrunden damit einmal im Jahr die Erde. Überall auf ihrem Weg jagen sie im oberflächennahen Wasser nach kleinen Fischen. Dabei können sie wie ein Hubschrauber in der Luft stehen, den Fisch anvisieren und pfeilschnell hinunterstoßen.
Auch in der Brutzeit sind die Seeschwalben echte Spezialisten. Während die Küstenseeschwalbe vom Wattenmeer bis hoch hinauf in die Arktis brütet, sucht die Flussseeschwalbe sich gerne neu entstandene Sand- und Kiesbänke in natürlichen Flusssystemen aus. Doch die Menschen haben die Flüsse kanalisiert und es entstehen keine Sandbänke mehr. Aus diesem Grund muss der Seeschwalbe mit künstlichen Sandbänken in Form von Brutflößen an Flüssen und Seen geholfen werden. Nur hier können die seltenen Vögel heute noch erfolgreich brüten.

Flussseeschwalben auf dem Floss im Wymeerer Kolk

 

Auch auf dem Swartwolder Kolk sollen in Zukunft wieder Seeschwalbenflösse installiert werden.

Ziel ist das nachhaltige Angebot von Bruthabitaten für die nach der niedersächsischer Roten Liste stark gefährdeten Flussseeschwalbe. Dazu wurden zwei durch Sturm geschädigte Flösse 2019 geborgen. Sie sollen instand gesetzt werden, und dann im nächsten Jahr wieder in den See gebracht werden. Mit Unterstützung der Ökologischen NABU Station Ostfriesland wird zur Zeit an einem Antrag auf Förderung dieser Maßnahme gearbeitet.